Milk: Kino am Montag (MUC) und Dienstag (BER)
Hallo Ihr Lieben,
nächste Woche geht’s in den ersten oscarprämierten Film in diesem Jahr: Milk, in dem Sean Penn als schwuler US-Politiker Harvey Milk für Gleichberechtigung im hippen San Francisco der 1970er Jahre kämpft. Im November 1978 wurde der US-Politiker Harvey Milk von seinem Freund und Kollegen Dan White erschossen. Milk war der erste Homosexuelle, der in ein relevantes Polit-Amt gewählt wurde. Seine Bedeutung für die „Gay Rights“-Bewegung wird mit der Martin Luther Kings für den Aufbruch der Afroamerikaner verglichen – und das nicht bloß, weil beide als Märtyrer starben. Welch böse Ironie, dass ausgerechnet Rick Warren, ein strikter Gegner der Homo-Ehe, das Vaterunser zum Amtsantritt von Barack Obama sprach. Das schwarze Amerika hat einen gewaltigen Schritt vorwärts getan, das homosexuelle derweil kann davon nur träumen. Mit seinem dokumentarisch anmutenden Biopic „Milk“ errichtet Oscar-Preisträger Gus Van Sant dem tragischen Helden der Schwulenbewegung ein würdiges Denkmal. Anders als vor ihm Ang Lee zeichnet er ein nicht nur erschreckendes, sondern ebenso hoffnungsvolles Bild einer Gesellschaft im Kampf um ihre Ideale, das keineswegs als bloße Retrospektive zu verstehen ist. Der Fokus liegt dabei auf dem politischen Wirken Milks (1970-1978), die prägenden Erfahrungen vor dem späten Coming Out bleiben außen vor.
„All men are created equal!” So steht es in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Die Realität, mit der sich Harvey Milk (Sean Penn) konfrontiert sieht, ist eine andere. Anfang der 70er Jahre zieht er mit seinem Freund Scott Smith (James Franco) nach San Francisco und eröffnet im Castro-Viertel einen Fotoshop. Als Reaktion auf die homophoben Anfeindungen seiner Umgebung geht Milk zunehmend offensiv mit seiner Sexualität um. Sein Laden wird zum Szenelokal, das Viertel zur Hochburg der zaghaft erwachenden Schwulenbewegung. Schrittweise mehr Verantwortung für seine Community übernehmend, wird ihm klar, dass er in die Politik gehen muss, wenn er etwas bewegen will. Mit Mut, Geduld und der Hilfe seiner Mitstreiter (Emile Hirsch, Alison Pill) bewirbt er sich für das städtische Amt des Supervisors – und wird nach mehreren Anläufen gewählt. Milk gewinnt an Selbstverstrauen und trägt den Kampf um die Bürgerrechte Homosexueller über die Stadtgrenzen hinaus. Doch im Schatten seines Erfolges erwächst eine fatale Rivalität mit Amtskollege Dan White (Josh Brolin), der eines Tages mit blankliegenden Nerven und geladener Waffe im Rathaus aufkreuzt…
Kurz vor seinem Tod nahm Milk, der sich der allgemeinen Gefahr eines Attentats bewusst war, ein Diktiergerät zur Hand und zeichnete seine Geschichte auf. Eine bessere Quelle kann sich ein Filmemacher nicht wünschen. Folgerichtig greift Van Sant diesen Umstand als narrativen Rahmen auf. Schon früh erhält Milk eine Morddrohung in Form infantil auf Papier gekritzelter Verstümmelungsbilder. Scott will das Papier wegwerfen, doch sein ambitionierter Partner hängt es gut sichtbar am Kühlschrank auf. Sein Kampf soll offen sein, von Angst will er sich nicht leiten lassen. Der panische Schulterblick in den nächtlichen Straßen San Franciscos wiederum spricht eine andere Sprache.
Bilder und Text: www.filmstarts.de, www.kino.de
Kritik:
“Milk” ist mehr als ein Stück Zeitgeschichte auf Zelluloid und das berührende Porträt eines außergewöhnlichen Politikers, “Milk” ist großes Gefühlskino, ein “must see”. www.kino.de
„Auf einfühlsame, aber angenehm unpathetische Weise zeichnet Van Sant den bewegenden Lebenslauf des Politikers nach und verleiht seinem spannend erzählten Film durch den geschickten Einsatz von Archivmaterial Glaubwürdigkeit. […]Ein in jeder Hinsicht sehenswertes Zeitdokument über die Anfänge der Schwulenbewegung in den USA.“ Programm.kurier.at
Fakten München:
Tag: Montag, 02.03.2009
Kino: Münchner Freiheit
Treffpunkt: ab 19.30 Uhr oder früher beim Dönermann umme Ecke
Filmbeginn: 20.00 Uhr
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Fakten Berlin:
Tag: Dienstag, 03.03.2009
Kino: Kino in der Kulturbrauerei (wie immer :O)
Treffpunkt: 19.45 Uhr im Foyer – die Raucher an den Stufen zur Sredzkistraße
Filmbeginn: 20.15 Uhr
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Bitte sagt uns bis Sonntag 18.00 Uhr Bescheid wie viele Karten Ihr braucht!
Eine schöne Woche wünschen Euch,
Eure Ina & Julia


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