Kino am Mo. (MUC) und Di. (BER): Willkommen bei den Scht’is
kaum zu glauben aber ein Südfranzose in Frankreichs Norden ist noch schlimmer als zwei Münchner in Hamburg. „Über 20 Millionen Franzosen können sich nicht irren”, heißt es selbstbewusst auf dem deutschen Plakat der Erfolgskomödie „Willkommen bei den Sch’tis”. Um genau zu sein, 20,7 Millionen – in jedem Fall eine schier unglaubliche Zahl. Allein James Camerons Titanic kam an den gallischen Kinokassen noch besser an und der Rekord für einheimische Filme, der bislang unangefochten von dem Louis-de-Funès-Vehikel „Die große Sause“ (17,27 Mio.) gehalten wurde, ist pulverisiert. Eine der Hauptattraktionen des Films um einen in die Region Nord-Pas-de-Calais strafversetzten Postbeamten ist der lokale „Ch’ti“-Dialekt (auch bekannt als „Picard“), der – beeinflusst vom Flämischen – selbst so manchen muttersprachlichen Franzosen vor erhebliche Verständnisprobleme stellt. Dieses Kauderwelsch angemessen ins Deutsche zu übertragen, war keine leichte Aufgabe, denn die Übersetzung in eine deutsche Mundart (etwa das Schwäbische) hätte schlicht deplatziert gewirkt. Folglich entschloss sich der deutsche Verleih Prokino, eine neuartige Kunstsprache zu entwickeln, was sicherlich grandios hätte scheitern können, doch wider Erwarten gelang. Im Nu hat man sich an die eigenwillige Sprache gewöhnt und lacht herzlich über das warmherzige Feel-Good-Movie, das ganz ohne moralischen Zeigefinger auskommt und seine positive Botschaft überzeugend vermittelt. (weiterlesen…)





