Drive (OmU): Kino am Dienstag (MUC & BER)
Hallo Ihr Lieben,
nächste Woche geht‘s in die erste große Hollywoodproduktion des dänischen Regiewunderkinds Nicolas Winding Refn, das es mit seinem achten Film erstmals – endlich! – auf deutsche Leinwände schafft. Es ist ein cooler, kühler, unendlich faszinierender und hypnotisierender Film geworden, eine Reise buchstäblich ans Ende der Nacht, ein L.A.-Neo-Noir, vorangetrieben von einem pumpenden Eurosynth-Soundtrack, seinem lakonischen, zupackenden Ton und einer Besetzung, die so hip ist, dass es fast wehtut.
Der Film ist ein mit großem Stilwillen realisiertes Krimimärchen, dessen namenloser Held – er wird einfach “Driver” genannt und von Ryan Gosling als Steve McQueen mit Poker- und Babyface gespielt – ein einsamer Wolf mit einem ganz eigenen Ehrenkodex ist. Er wickelt seine Arbeit – tagsüber als Stuntman für Hollywood und nachts als Fahrer für die Mafia – mit unbeteiligter Präzision ab, verliebt sich dann jedoch in seine Nachbarin. Carey Mulligan ist wie Molly Ringwald in “Sixteen Candles”. Diese Liebe ist es, die Driver befreit, aber schließlich auch seinen Niedergang herbeiführt: Um sie zu retten, beteiligt er sich an einem riskanten Raubzug, der prompt schiefgeht und ihn auf einmal auf einen Kollisionskurs mit denen schickt, die eigentlich seine Auftraggeber sind. In einer jetzt schon legendären – und in Cannes mit Applaus bedachten – Szene in einem Fahrstuhl liegen heiße Küsse und exzessive Ultragewalt so nahe beisammen, wie man es seit “Wild at Heart” nicht mehr erlebt hat. Und doch verliert “Drive” nie den Boden unter den Füßen oder gar die Kontrolle übers Lenkrad: Refn – der selbst keinen Führerschein besitzt – steuert seinen Film mit der Übersicht eines Schachspielers durch sein Plotlabyrinth, bis hin zum intensiven Showdown, in dem Driver gegen seine Nemesis antritt. Auf dem Weg dahin werden angesagte Fernsehstars aus “Breaking Bad” und “Mad Men” verschlissen, kleine Tragödien am Rande erzählt und das Kino mit originellen Verfolgungsjagden und eindringlichen Bildern zelebriert, die einem Augen und Herz übergehen lassen: Mit Bleifuß rast “Drive” zum ewigen Kultstatus.
Wer mehr über den Film im Vorfeld wissen will und den Trailer sehen will, klickt einfach hier.
Text & Bilder: filmstarts.de. kino.de, cinema.de
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